Ein Familienroman mit Reiseglanz, trockenem Humor und einer Hauptfigur, deren Genauigkeit am Ende stärker ist als jedes System.
Bald erscheinender Roman · Gegenwartsliteratur
Alle wollen nach Norden
Das Schiff weiß alles über sie. Nur ihre Familie nicht.
Zur Silberhochzeit schenkt Martin seiner Frau die größtmögliche Reise: vierzehn Tage Luxus bis ans Ende der Welt. Was als Wiedergutmachung beginnt, wird zur präzisen Vermessung einer Familie. Die Bord-App Compagna erkennt Schwächen schneller als die Menschen selbst — und macht aus Annas stiller Fürsorge ein verwertbares Profil.
Der Roman in einem Atemzug
Was wie ein großzügiges Geschenk beginnt, wird zur Geschichte einer Frau, die überall gebraucht und nirgends gemeint ist.
Alle wollen nach Norden ist ein bitterböser und zärtlicher Gegenwartsroman über den Unterschied zwischen gesehen werden und gemeint sein.
Die Route führt von Stavanger bis Spitzbergen. Der eigentliche Weg verläuft unter Deck, am Familientisch, in Hannahs Datensystem und in den kleinen Momenten, in denen Anna alles organisiert und sich selbst nichts nimmt.
Kurzpitch
Alles ist inklusive. Sogar die Erinnerung.
Zur Silberhochzeit schenkt Martin seiner Frau Anna eine Reise bis Spitzbergen — groß gedacht, schlecht abgestimmt. Was als Geste beginnt, legt in vierzehn Tagen offen, wie lange diese Ehe schon aneinander vorbeilebt.
An Bord wirkt alles freundlich, aufmerksam, perfekt organisiert. Doch je genauer die App Compagna die Familie liest, desto klarer wird der Preis dieser Fürsorge: Nähe wird simuliert, Entscheidungen werden vorbereitet, und Anna muss klären, was sie im eigenen Leben noch selbst bestimmen will.
Drei Gründe, warum der Stoff trägt
- Klarer Hook: Familienreise trifft auf Datenökonomie.
- Starker Fokus: Eine Frau, die für alle sorgt — und sich neu entscheidet.
- Zeitdiagnose: Freundliche Systeme, die Intimität in Verwertbarkeit übersetzen.
Was der Roman schon zeigt
Sechs Orte, fünf Figuren, eine Familie unter Beobachtung.
Die Nordroute ist ein klarer Einstieg; darunter liegen Care-Arbeit, Statusscham, algorithmische Fürsorge und die Ökonomie der Aufmerksamkeit.
Tragikomischer Gegenwartsstoff mit hohem Wiedererkennungswert: privatestes Familienmaterial im Zugriff einer perfekt höflichen Maschine.
Buchdaten
Ein Roman für Leserinnen und Leser, die Gegenwartsliteratur mit erzählerischem Zug suchen.
- Arbeitstitel
- Alle wollen nach Norden
- Form
- Gegenwartsroman, tragikomisch, literarisch zugänglich
- Umfang
- ca. 70.000 Wörter, Fassung 2 in Publikationsvorbereitung
- Ort
- Norwegische Nordroute von Stavanger bis Spitzbergen
- Kontakt
- stephan.buttgereit@gmail.com
Romanprofil
Große Reiseoberfläche, präziser Beziehungskern.
Die Seite hält den Ton literarisch offen: genug Kontur für Interesse, ohne den Roman vorwegzunehmen.
Nordroute, Bordrituale, kontrollierte Eleganz — darunter arbeitet eine leise Unruhe.
Tragikomisch, präzise, menschenfreundlich: nah an den Figuren, klar im Blick auf Systeme.
Ein Sogroman über Fürsorge, Status und die Frage, wie Selbstbestimmung zurückerobert wird.
Die Route im Buch
Sechs Orte. Keine Kulisse.
Die Orte aus dem Ortsbuch kehren im Roman als Druckpunkte wieder.
Nebel statt Panorama
Der erste Landgang nimmt Martin die Aussicht und Anna kurz die Pflicht, sofort weiterzumüssen.
TromsøWer lesen lernt
Marie sieht Hannahs Methode, bevor die Erwachsenen einen Namen dafür finden.
LongyearbyenRegeln am Rand
Der Ort, an dem Freiheit nur funktioniert, weil jemand die Grenze ernst nimmt.
NordkapEnde durch Drehkreuz
Der Mythos bleibt groß. Die Abwicklung auch.
OldenPostkarte mit Rechnung
Ein Tal, ein Gletscher, ein Angebot zur Zweisamkeit. Anna sagt fast Ja.
StavangerLetzter Landgang
Martin trifft sein mögliches Danach. Diesmal erkennt er es.
Der Satz, an dem das Schiff kalt wird
Für sich selbst nichts. Das ist uns nicht entgangen.
Kein Erzählerkommentar. Nur ein Angebot auf einem Display.
An Bord
Fünf Menschen, fünf Arten gesehen zu werden.
bucht die größte Reise, weil er die kleinere Kränkung nicht aussprechen kann.
kennt jede Griffweite und wird genau dort übersehen, wo alle sich auf sie verlassen.
ist Martins Patenkind und die Frau im Auftrag: nah genug, um zu wissen, was wirkt.
merkt, dass Beobachten eine Entscheidung ist, bevor es ein Beruf wird.
sammelt das Nördlichste und findet dabei die falschen Lücken in den Erwachsenen.
Leseprobe · drei kurze Einstiege
Komik am Tisch. Kälte im System. Ein Schiff, das zu viel bemerkt.
Keine Inhaltsangabe, kein erklärender Vorspann. Drei Ausschnitte zeigen den Ton des Romans und lassen offen, wohin die Reise kippt.
01 · Der Toast
Martin hatte den Toast geprobt. Nicht laut, er war kein Verrückter, aber auf dem Weg vom Auto zur Haustür dreimal innerlich, einmal mit Pause an der falschen Stelle, und beim dritten Mal hatte die falsche Stelle sich als die richtige erwiesen, dort zwischen Mülltonne und Fußabtreter.
Es gibt Urlaube. Und es gibt Entscheidungen.
Er machte die Pause. Sie geriet länger als geprobt.
Len, zwölf, sah auf seinen Teller. „Ist da Zwiebel dran?“
02 · Die Ansprache
Hannah saß in dem Café auf Deck sechs, in dem man Kaffee bekam, der nicht im Reisepreis enthalten war, und schloss das Dokument mit dem Namen Trägerin-Playbook.
Für sich selbst nichts. Das ist uns nicht entgangen.
Heute Abend würden wir das gern einmal umdrehen: ein Tisch, ein Glas, eine Stunde, in der jemand für Sie sorgt. Sie müssen nichts entscheiden. Lassen Sie uns.
Lina schrieb zurück, begeistert, das sei quartalsreif. Auf dem Schirm war nie jemand ein Onkel.
03 · Family Connect
Auf dem Bildschirm stand eine Mitteilung der Compagna, freundlich gesetzt, mit dem kleinen Schiffslogo davor.
Marie Berthold (16) ist seit 47 Minuten im Bereich Cortesia Pool 3.
Möchten Sie eine sanfte Erinnerung an unser Family-Connect-Programm versenden? Darunter zwei Schaltflächen, eine helle und eine, die heller war, damit man wusste, welche gemeint war.
„Das Schiff weiß, wo ich bin“, sagte Marie. Sie sagte es nicht empört, sie sagte es, wie man eine Beobachtung mitteilt, die man noch nicht eingeordnet hat.
Publikation
Das Buch wird für die Veröffentlichung vorbereitet.
Die Website zeigt bewusst nur ausgewählte Ausschnitte. Wer tiefer in Stoff, Manuskript und Arbeitsstand einsteigen möchte, kann weitere Unterlagen gezielt anfordern.